Homeoffice

Information für Beschäftigte

Text: Dr. Eliane Hütter, Nicolai Christ
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Für Arbeitsformen außerhalb des Betriebes werden die Begrifflichkeiten nicht immer einheitlich verwendet. Umgangssprachlich wird oft vom „Homeoffice“ gesprochen, worunter man das Arbeiten aus dem privaten Wohnbereich des Arbeitnehmers heraus versteht. Als Oberbegriff wird zudem der Begriff des mobilen Arbeitens (auch „Mobile Working“ oder „Mobile Office“) verwendet, der sämtliches Arbeiten, außerhalb der Betriebsstätte meint, also auch das Homeoffice. Gesetzlich definiert ist bisher nur die Telearbeit im Sinne der Arbeitsstättenverordnung.

Bei der Telearbeit (im Sinne von § 2 Abs. 7 Arbeitsstättenverordnung) handelt es sich um eine besondere Form des „Homeoffice“, bei der vom Arbeitgeber ein fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz (mit Mobiliar und Arbeitsmitteln, einschließlich der Kommunikationseinrichtungen) im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert wird und für den der Arbeitgeber eine mit dem Beschäftigten vereinbarte Dauer der Einrichtung und wöchentliche Arbeitszeit festgelegt hat.

Sämtliche Arbeitsformen außerhalb des Betriebes (Homeoffice, mobiles Arbeiten oder Telearbeit etc.) können auch im Wechsel, also alternierend, mit einer Tätigkeit im Betrieb durchgeführt werden. Man spricht dann von alternierendem/r Homeoffice, mobiler Arbeit, Telearbeit etc.

Gibt es ein Anspruch auf Homeoffice?

Aktuell gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Ein Anspruch kann sich gegebenenfalls aus einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben.

In jedem Fall ist es aber möglich und aufgrund der aktuellen Viruslage durchaus sinnvoll, mit dem Arbeitgeber eine Vereinbarung (Einzelvertrag, Betriebsvereinbarung) über Homeoffice zu treffen, wenn die Eigenart der Arbeitsleistung dies zulässt. Homeoffice ist für den Arbeitgeber gegenüber der bezahlten Freistellung ggf. sogar die günstigere Alternative.

Durch die seit dem 27.01.2021 (verlängert bis zum 30.04.2021) gültige Corona-Arbeitsschutzverordnung ist der Arbeitgeber verpflichtet Beschäftigten im Falle der Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten Homeoffice anzubieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Dabei handelt es sich um eine Regelung aus dem (staatlichen) Arbeitsschutz. Aus dieser Verordnung ergibt sich jedoch kein individueller und einklagbarer Anspruch von Beschäftigten auf eine Tätigkeit im Homeoffice.

Kann der Arbeitgeber mich kraft Direktionsrecht ins Homeoffice schicken oder wieder aus dem Homeoffice holen?

Beschäftigte sind grundsätzlich nicht verpflichtet im Homeoffice zu arbeiten oder die Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes durch den Arbeitgeber zu dulden. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der aktuellen Corona-Arbeitsschutzverordnung, die dies sogar noch einmal ausdrücklich hervorhebt.

Anders sieht es allerdings aus, wenn Arbeitgeber oder Beschäftigte bereits eine Vereinbarung zum Homeoffice getroffen haben. Hierin kann einerseits ein Anspruch von Beschäftigten auf Arbeiten im Homeoffice begründet sein. Andererseits kann eine solche Vereinbarung auch die Grundlage für ein einseitiges Anweisen von Homeoffice durch den Arbeitgeber darstellen. Sinnvoll kann es sein, die Wochentage an denen von zu Hause aus gearbeitet wird, konkret zu vereinbaren, um Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber vorzubeugen. Denn Beschäftigte können nicht einseitig bestimmen, wann sie im Homeoffice arbeiten. Sollte es hier zu Problemen hinsichtlich der Reichweite der Vereinbarung kommen, empfiehlt es sich, rechtlichen Rat einzuholen.

Hat der Arbeitgeber ein Zutrittsrecht zu meiner Wohnung, etwa um meine Arbeitsleistung zu kontrollieren, den Arbeitsschutz sicherzustellen oder um überhaupt erst den Arbeitsplatz einzurichten?

Nein. Die Wohnung ist durch das Grundgesetz besonders geschützt. Ohne Erlaubnis des Beschäftigten hat der Arbeitgeber kein Zutrittsrecht.

Auch die Sicherstellung des Arbeitsschutzes rechtfertigt für sich genommen kein Zutrittsrecht des Arbeitgebers zur Wohnung des Beschäftigten. Der Arbeitgeber kann seinen Verpflichtungen durch Erfragung und Unterweisung regelmäßig vollständig nachkommen. Der Arbeitnehmer ist hierbei zur Mitwirkung durch wahrheitsgemäße Erteilung der entsprechenden Auskünfte verpflichtet.

Lediglich die Einrichtung eines Telearbeitsplatzes im Sinne von § 2 Abs. 7 Arbeitsstättenverordnung hat zur Voraussetzung, dass Beschäftigte ihrem Arbeitgeber oder einer von ihm beauftragten Person Zutritt zu ihrer Wohnung verschaffen, um den Arbeitsplatz bereitzustellen und zu installieren. Nach der Einrichtung des Telearbeitsplatzes kann der Arbeitgeber auch hierbei seinen Schutzpflichten durch Erfragung und Unterweisung nachkommen.

Muss ich im Homeoffice immer erreichbar sein?

Während der vereinbarten Arbeitszeit ist eine Erreichbarkeit via E-Mail, Telefon oder sonstiger Telekommunikationsmittel zu gewährleisten. Ist nichts vereinbart, so empfiehlt sich diesbezüglich eine klare Vereinbarung zu schließen, um der Gefahr, der Entgrenzung zu begegnen und dem Druck (vermeintlich) ständig erreichbar sein zu müssen, zu entgehen.

Wer trägt die Kosten eines Homeoffice-Arbeitsplatzes?

Auch hinsichtlich des Arbeitsplatzes im Homeoffice ist es Aufgabe des Arbeitgebers die notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen, die der Beschäftigte benötigt um seine Arbeitsleitung zu erbringen. Werden auf eigene Kosten Arbeitsmittel beschafft, ist eine Erstattung, der damit verbunden Kosten durch den Arbeitgeber je nach Einzelfall zu beurteilen. Entscheidend kommt es darauf an, ob die Arbeitsmittel überwiegend im Interesse des Arbeitgebers angeschafft wurden. Um Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber über die Kosten zu vermeiden, sollte die Frage der Anschaffungskosten vorab mit dem Arbeitgeber geklärt werden.

Kosten der eigenen Wohnung, die während des Homeoffice anfallen (z.B. Strom und Heizkosten) muss der Arbeitgeber nicht erstatten. Im Rahmen der Steuerklärung für die Jahre 2020 und 2021 können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für jeden Arbeitstag, den sie ausschließlich im Homeoffice verbringen einen Pauschale von fünf Euro geltend machen. Der Gesamtbetrag ist auf 600 EUR pro Jahr gedeckelt (vgl. § 4 V Nr. 6b EStG).

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